Emilio Lopez Menchero, Wobec polityki, Austriackie Forum Kultury, Warszawa

A Varsovie, Emilio Lopez Menchero participe à l’exposition Wobec polityki / Angesichts der Politik. Österreichisches Kulturforum. Commissariat : Eulalia Domanowska. Les artistes : Jarosław Kozłowski, Józef Robakowski, Tatiana Czekalska, Leszek Golec, Andrzej Paruzel, Emilio Lopez Manchero, Peter Ronai, Katharina Roters, József Szolnoki und Josef Strau. Il y montre le film tourné à l’occasion de l’installation en 2010 de son Check Point Charlie, porte de Flandres, à Bruxelles. Sanglé dans un uniforme militaire américain, Emilio López-Menchero stationne Porte de Flandre à Bruxelles. Avec sérieux et un remarquable naturel, il arrête d’un geste martial piétons, cyclistes, automobilistes, et même les autobus de la STIB, qui franchissent le pont du canal. Pour le temps d’un week-end et d’un festival pluridisciplinaire, en pleine «Semaine de la Mobilité», l’artiste a reconstitué au milieu de la chaussée et à l’identique, le décor du Checkpoint Charlie berlinois. L’atmosphère est cinématographique; rien ne manque, ni le mur de sacs de sable, ni les drapeaux soviétique et américain, ni la légendaire cahute, ni le panneau annonçant, en quatre langues, qu’au delà de ce point de contrôle, on quitte le secteur américain… Ou plutôt le quartier «trendy» et «gentry» de la rue Antoine Dansaert, ses bars branchés, galeries d’art et boutiques de mode. Et de l’autre côté du check point, c’est la commune de Molenbeek. L’installation et la performance ont pris depuis de douloureuses résonances, signe d’une nécessité urgente de débat sociétal.

In der internationalen Schau Passages of Neo-Avant-Garde treffen verschiedene Künstler_innen aus Österreich, Belgien, Polen, Ungarn und Deutschland aufeinander. Präsentiert wird deren künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen, welche sich ungebrochen als relevant für das heutige Europa erweisen. Kommunistischer Totalitarismus, Migration und Flüchtlingsbewegungen, Medienmanipulation, Terrorismus, Überproduktion und Posthumanismus sind hierbei behandelte Thematiken. Die Mehrheit der gezeigten Künstler_innen können als Klassiker der Neo-Avant-Garde verstanden werden – in ihrem Schaffen etablierten sie einen Dialog mit den Leistungen der Dadaisten und der Fluxus Bewegung der Nachkriegszeit.
Die Ausstellung ist Teil des 100-jährigen Jubiläums der polnischen Avant-Garde und verhandelt die Kontinuitäten modernistischer Trends und Ideen, welche Anfang des 20. Jahrhunderts aufkamen. In der Schau wird die bedeutende Rolle der Bewegung in der Entwicklung der Bildenden Kunst sowie von Film und Design unterstrichen; es wird deutlich, wie aktuell und impulsiv deren Einfluss weiterhin auf zeitgenössische Künstler_innen ist. So präsentiert die Ausstellung europäische Künstler_innen bei der Weiter- bzw. Neu-Entwicklung von Avant-Garde Prinzipien in der Nachkriegszeit.
Die aktuelle Schau ist dabei eine Fortsetzung des Projekts On the Avant-garde of the 20th Century von Andrzej Paruzel, welches 2016 in der Kunstgalerie Atlas Sztuki in Łódź gezeigt wurde. Andrzej Paruzel, Absolvent der Staatlichen Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Łódź, Mitglied des Film Form Workshops und Mitbegründer von Zespół T – einer in den 70er Jahren an der Filmschule in Łódź etablierten Künstler_innen-Gruppe, ist Schaffender verschiedener Video-Installationen, Filme und experimenteller Fotografie. Als animateur d’art setzte er zudem viele künstlerische Projekte im öffentlichen Raum um.
Unter den Teilnehmenden der Ausstellung Passages of Neo-Avant-Garde, welche simultan am Österreichischen Kulturforum Warschau und in der Platan Gallery am Polnischen Institut in Budapest gezeigt wird, sind: aus Polen Jarosław Kozłowski, Józef Robakowski, das Duo Tatiana Czekalska und Leszek Golec sowie Andrzej Paruzel; aus Belgien Emilio López-Menchero; aus Ungarn Peter Ronai und das deutsch-ungarische Duo Katharina Roters und József Szolnoki; sowie aus Österreich Josef Strau, der sich als Künstler, der Schriftsteller und als Schriftsteller, der Künstler ist, bezeichnet.
Józef Robakowski wird seinen Videofilm Brezhnev’s Funeral aus dem Jahr 1982 zeigen. Dieses klassische Werk wird kontrastiert mit den Dadaistischen Gesten des ungarischen Medienkünstlers Peter Ronai, Schöpfer der Collage Moscow DaDa, mit Jarosław Kozłowskis Installation Recycled News 2 – eine Serie von farbigen Zeitungsseiten aus aller Welt, welche uns von der Manipulation der Medien berichtet –, mit den post-humanistischen Projekten von Tatiana Czekalska und Leszek Golec, die besondere Aufmerksamkeit der Welt der Tiere und Natur schenken, mit Josef Straus‘ Designer-Installationen, in denen er kritisch über die gegenwärtige Überproduktion spricht, und mit Emilio López-Mencheros Videofilm Check Point Charlie, welcher die Situation im Brüssler Bezirk Mölenbeck diskutiert, wo sich der Wohnsitz des Künstlers wie auch der Terroristen, die letztes Jahr die Anschläge in Brüssel verübten, befindet. Die aus Anlass des Avant-Garde-Jubiläums stattfindende Ausstellung beweist, dass – während von der Avantgarde eingeführte, formale Kriterien heute nur noch rein historischen Wert haben – der die Avantgarde bestimmende Ethos des Experimentierens und Engagements weiterhin ungebrochen attraktiv für gegenwärtige Kunstschaffende ist.

Emilio Lopez Menchero

Emilio Lopez Menchero

Emilio Lopez Menchero

Emilio López-Menchero
Checkpoint Charlie, 2010-2014
captation vidéo sonore, vidéo PAL 16:9. Captation: Sylvestre Gobart et David Bayle. Montage : Sylvestre Gobart. Couleurs, son, 0:17:46.

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